Info-Offensive für mehr Kinderrechte

11.05.2016

Angehende Erzieher machen in Preetz auf Defizite bei der Umsetzung der UN-Konvention aufmerksam.

SP

Dass in Deutschland nur ein Bruchteil der Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen etwas über die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen wissen, bei der immerhin in 54 Artikeln die Rechte der Kinder fixiert wurden, konnten die angehenden Erzieher der Fachschule für Sozialpädagogik im Berufsbildungszentrum Plön kaum glauben. „Das Thema behandeln wir gerade im Unterricht, und es war schon ernüchternd zu hören, welch geringer Stellenwert den Kinderrechten selbst bei uns im Land immer noch beigemessen wird“, sagte Anja Vorbröcker. Denn immerhin gelten die 1989 von den Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen beschlossenen Kinderrechte seit 1992 auch für Deutschland. Zudem hatte der Kinderreport 2015 des Deutschen Kinderhilfswerks in der Bundesrepublik auch erhebliche Defizite bei der Umsetzung der Rechte ausgemacht. Die beginnen schon damit, dass diese UN-Konvention anders als in anderen Staaten hierzulande noch immer nicht in geltendes Recht überführt wurde. „Deshalb haben wir überlegt, welchen kleinen Beitrag wir dazu leisten können, die Kinderrechte erst einmal besser bekannt zu machen. Und wir haben uns für einen Stand auf dem Preetzer Markt entschieden, um mit Informationen, Quizfragen, Spielangeboten und sogar einem selbstkomponierten und getexteten Lied auf das Thema aufmerksam zu machen“, erläuterte Stefan Seitz. „Der Info-Stand ist eines von insgesamt zwölf Projekten, die die Schüler zu diesem Themengebiet erarbeitet haben. Weitere Gruppen waren in Kitas, bei Elternabenden oder haben andere Ideen umgesetzt. In der nächsten Woche werden wir auswerten, wie welches Projekt angekommen ist, und was man verbessern kann. Auch einen solchen Stand mit entsprechender Genehmigung und Ausstattung vorzubereiten, hat ja schon einen Lerneffekt“, bewertet Michael Baerwald, Lehrkraft an der Fachschule für Sozialpädagogik, die Aktion.