Infobörse rückt Berufe ins rechte Licht

23.09.2017

Künftige energietechnische Assistenten am Berufsbildungszentrum in Preetz geben Einblicke in ihre Praktika.

Freisprechung der Elektroniker der Elektroinnungen Plön und Ostholstein

PREETZ. Viel Mühe hatten sich die 20 angehenden energietechnische Assistenten am Preetzer Standort des Berufsbildungszentrums Plön gegeben, um sich am Freitag jeweils mit einem eigenen Stand auf der Infobörse Praktikum zu präsentieren. Anhand von Schautafeln, Power-Point-Präsentationen, Werkzeugen, technischen Geräten und spezieller Arbeitskleidung gaben sie einen Einblick in ihr jeweiliges vierwöchiges Praktikum, das sie vor beziehungsweise nach den Sommerferien absolviert hatten. Sie stellten die Betriebe vor, informierten über das Aufgabenspektrum und berichteten aus ihrem Praktikumsalltag.

Für mich war die Arbeit auf der Kieler Werft ThyssenKrupp Marine Systems sehr spannend. Ich habe viele praktische Erfahrungen gesammelt und neue technische Geräte sowie Verfahren kennengelernt“, erzählt Claas Krohn. Angeleitet von Thomas Nowack von der Firma SBE Schmiedegge, einem Dienstleister aus dem Elektrobereich, hat Claas elektrische Geräte und Anlagen auf ihre Funktionssicherheit überprüft. „Das Aufgabenspektrum reichte dabei von simplen Steckdosen- Leisten über mobile Stromverteiler bis hin zu Produktionsmaschinen oder ganzen Anlagen. Claas durfte natürlich nicht überall selbst Hand anlegen, weil die Sicherheitsbestimmungen das nicht zulassen. Aber ich denke, er hat einen guten Einblick in unsere Arbeit bekommen“, meint Thomas Nowack. Sich um Praktikanten zu kümmern, hält der Projektleiter heute für wichtiger denn je, weil es fast unmöglich geworden sei, Auszubildende zu bekommen. Die Gründe sieht Nowack unter anderem darin, dass Jugendliche kaum noch bereit seien, Verantwortung zu übernehmen und viel körperlich zu arbeiten. „Die meisten streben einen geregelten Bürojob an und sind sehr stark im Privatleben verhaftet“, bemängelt er. Aus seiner Sicht müssten jedoch auch die Betriebe umdenken und ihre Anforderungen etwas zurückschrauben. Viele wollten am liebsten nur Abituienten ausbilden, doch Abiturienten strebten kaum nach handwerklichen Berufen. „Für mich sind die Vorkenntnisse eines Jugendlichen zweitrangig. Das Ausschlaggebende ist der Wille, etwas zu lernen und mit anzupacken“, betont Nowack. Miguel Probsthain hat sich für sein Praktikum mit der Kieler Orgelbaufirma Paschen nicht nur einen außergewöhnlichen Betrieb gesucht, sondern auch einen, der mit seinem derzeitigen Ausbildungsgang als energietechnischer Assistent eher wenig zu tun hat. „Ich spiele Keyboard und Gitarre und interessiere mich schon seit meiner Kindheit für den Instrumentenbau“, begründet der 23-Jährige seine Wahl. Holz zu bearbeiten, zu fräsen, zu kleben und zu schleifen stand ganz oben auf seiner Auftragsliste. „Das Handwerkliche hat mir Spaß gemacht. Auch auf Montage war ich mit, in Kirchen in Süderbrarup und Lübeck“, berichtet er. Sein Traumberuf sei immer Archäologe gewesen. Aber Orgel-, oder Instrumentenbauer könne er sich auch vorstellen.