Neue Chance für Wildblumen

29.09.2017

Im Rahmen des Projekts „Blüten Meer 2020" soll im Schlosspark Bredeneek die Hohe Schlüsselblume aufblühen.

Neue Chancen für Wildblumen

LEHMKUHLEN. Die Schlüsselblume hat im Kreis Plön Entwicklungshelfer gefunden: Gestern pflanzte Schlossherr Jürgen Paustian mit Schülern der Fachschule für Sozialpädagogik Preetz im Schlosspark Bredeneek (Gemeinde Lehmkuhlen) im Rahmen des Projekts Blüten Meer 2020der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein viele, kleine Exemplare der Gattung Hohe Schlüsselblume.

Die rund 250 Wiesenschönheiten sollen im nächsten Frühjahr zartgelb blühen und den Tisch für die Bienen im Park mit Nektar decken. Auf der rund 3500 Quadratmetergroßen Rasenfläche im Schlosspark haben die in der projekteigenen Arche-Gärtnerei in Eggebek gezogenen Jährlinge nun Platz unter Bäumen wie der Eiche gefunden. Die Schlüsselblume, eine alte Heilpflanze, die in Hustensäften eingesetzt wird, blüht schon im April, wenn die Bäume noch nicht belaub t. sind.. Die frisch gesetzten Pflanzen stammen aus Wildsaat, abgenommen von Blumen in Sepel im Süden des Großen Plöner Sees. „Der Rückgang von seltenen Wildblumen und Wildpflanzen ist alarmierend hoch", sagt Christian Dolnik, Biologe beider Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein. In den vergangenen 25 Jahren habe das nördlichste Bundesland, unter anderem durch die intensive landwirtschaftliche Nutzung, im bundesweiten Vergleich die größten Verluste hinnehmen müssen.

Mit dem aus dem Bundesprogramm „Biologische Vielfalt" geförderten Projekt BlütenMeer2020 will man das stoppen. Es läuft über einen Zeitraum von insgesamt sechs Jahren — noch bis März 2020 — und wird mit insgesamt 2,9 Millionen Euro vom Bundesumweltministerium Gefördert und vom Bundesamt für Naturschutz fachlich begleitet. Projektträger ist die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein. Die Hohe Schlüsselblume ist nur eine der vielen selten gewordenen heimischen Wildpflanzen aus dem Projekt. Herbergsvater für die Schlüsselblumen ist Jürgen Paustian. Er freut sich über die neuen Mitbewohner. „Wenn man so einen Park und ein Haus hat, muss das mit Leben gefüllt werden, und man muss auch etwas für die Öffentlichkeit tun", sagt er. Parkbesucher auch der nächsten Generationen sollen sich an den Pflanzen erfreuen. Gemäht wird in den Pflanzbereichen unter den Bäumen jetzt nicht mehr. Die Blumen haben dort ein sicheres Plätzchen. Teilbereiche des Parks sollen von Schafen beweidet werden. Zum Pflanzen kamen zwölf Schüler der Fachschule für Sozialpädagogik Preetz des Berufsbildungszentrums Plön.

Im Rahmen ihres Wahlpflichtkurses bearbeiten sie mit ihrem Lehrer Michael Nienaber bereits seit Frühjahr 2016 eine Nutzgartenfläche im Schlosspark.