Kult.kom

Mit einem ersten Arbeitstreffen startete jetzt das neue deutsch-dänische Projekt Kult.kom (Kultur & Kommunikation). Das aus Interreg IVa-Mitteln geförderte EU-Projekt soll bei dänischen und deutschen Schülern die Neugierde an der Fehmarnbelt-Region wecken.

Im Rahmen der Projektlaufzeit sollen Schüler beiderseits des Fehmarnbeltes durch eigenständige Recherche in den Bereichen Kultur, Politik, Wirtschaft und Geschichte umfangreiche Informationen aus der grenzüberschreitenden Region zusammentragen, welche auch unter Einbindung von Detailinformationen über den Bau der festen Fehmarnbelt-Querung zu einem neuen Unterrichtsmodul „Ostseekunde“ aufbereitet werden.

Klasse BGW113 diskutiert über Fehmarnbeltquerung

Klasse BGW113

Wir, die Klasse BGW113, waren am 11. und 12. Dezember 2014 aufgrund der zu bauenden festen Fehmarnbeltquerung mit Frau Böldt und Herrn Bellstedt auf Fehmarn, um uns vor Ort nähere Informationen anzuhören. Am Donnerstag sind wir also losgefahren und haben uns dort die Stadt und das vor Ort liegende Meereszentrum angesehen. 

Das Meereszentrum informiert über Meerestiere in tropischen und subtropischen Gebieten der Welt. Besonders hervorzuheben ist hierbei das große Haiaquarium, welches zu den größten Deutschlands zählt. Später haben wir dann Frau Vagt vom NABU Schleswig-Holstein kennengelernt. Sie informierte uns über die Nachteile und Auswirkungen  der geplanten festen Fehmarnbeltquerung.

Dabei legte sie uns nahe, dass noch lange nicht alle Faktoren und Anträge beachtet wurden, damit das Projekt wirklich genehmigt werden könne. Nachdem sie gegangen ist, haben wir das Spiel „Fröbelkran“ gespielt und schließlich, nach einer kurzen Nachbereitung des Gespräches in Kleingruppen, hatten wir Freizeit. Am nächsten Tag kamen nun Schüler  und Schülerinnen einer 12. Klasse aus Dänemark zu uns, die wir über die Informationen aus dem Gespräch des Vortages unterrichteten. Dabei hatten wir genug Zeit um uns ein wenig über dies und das auszutauschen. Später spielten wir noch einmal das Spiel „Fröbelkran“, allerdings in zwei Teams gegeneinander. Dabei waren sowohl Dänen als auch Deutsche in beiden Teams vertreten.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen machten wir uns auf den Weg zu dem Infocenter der Fehmarnbeltquerung. Dort hörten wir nun auch die Seite der Auswirkungen der Fehmarnbeltquerung aus der Sicht eines Befürworters (Betreibergesellschaft Femern A/S). Schließlich mussten wir uns wegen eines Unwetters schon früher als geplant von den Dänen verabschieden und fuhren nach Hause.

Marieke Schulz, BGW113

Kult.Kom Bilinguales Sprachmaterial übergeben

Artikel aus "Der Reporter" vom 21.06.2014

Seit August 2012 führen die Berufliche Schule des Kreises Ostholstein in Oldenburg und des Beruflichen Bildungszentrums Plön das aus Interreg IVa-Mitteln geförderte EU-Projekt Kult.kom (Kultur und Kommunikation) durch.

Jugend trifft Politik

200 Jugendliche diskutieren mit Ministerpräsident Albig und Dänemarks Handelsminister Jensen über Perspektiven für die Belt-Region.

Grenzübergreifende Wissens- und Sprachoffensive

Grenzübergreifende Sprachoffensive

Im Rahmen des INTERREG IV A-Projektes Kult.kom (Kultur & Kommunikation) haben sich gleich drei Lehrerinnen (Denise Jonas, Nicola Borck und Birga Wendland) der Fachschulen für Sozialpädagogik Preetz und Lensahn im Frühjahr 2012 zusammengeschlossen, um bis Juli 2015 in der Fehmarnbelt-Region eine grenzübergreifende Wissens- und Sprachoffensive zu entwickeln.

Mit insgesamt 23 angehenden Erzieher/innen und insgesamt fünf Kindertageseinrichtungen auf deutscher und dänischer Seite wird seit August 2012 ein bilinguales Sprachmaterial entwickelt und eingeführt. Auf diese Weise wird nicht nur bei den Kindern Neugierde an der deutschen und dänischen Sprache geweckt. Alle Beteiligten können im Rahmen dieses Projektes die Fehmarnbelt-Region als eine Einheit verstehen, das Zusammengehörigkeitsgefühl aller wird gestärkt. Um dies zu ermöglichen, fanden in beiden Ländern bereits intensive Treffen und Exkursionen statt.

Aktuell reisten die Projektgruppen beider Fachschulen im März 2013 für drei Tage gemeinsam in die Kooperationseinrichtungen der Regionen Falster und Lolland. Hier lernten die Schüler/innen die dänischen Einrichtungen und ihre Konzeption kennen, kamen in einen pä-dagogischen Austausch und führten eine erste Bedarfsanalyse hinsichtlich der Materialentwicklung durch. Dank der wertschätzenden, offenen, partnerschaftlichen und engagierten Art der dänischen Partner/innen ist es möglich gewesen, konkrete Ideen für das Material zur Sprachförderung zu entwickeln und nun in die kindgerechte Planung zu gehen. In Planung ist die Entwicklung von vielfältigen Materialien mit besonderem Fokus auf den musisch-kreativen Bereich. So zeigte sich, dass gerade das gemeinsame Singen deutscher und dänischer Kinderlieder während dieser Zeit und mit allen großen und kleinen Beteiligten die Freude an der Sprache und vor allem das nachbarschaftliche Gemeinschaftsgefühl enorm stärkte.

Dänisch auf dem Stundenplan

Dänisch auf dem Stundenplan

Dänische Sprachkenntnisse werden in der Fehmarnbelt-Region immer wichtiger. Das ergab die Bestandsanalyse „Dänisch an deutschen Schulen in der Fehmarnbelt-Region", die im Rahmen des Interreg-IVA-Projektes Kult.kom (Kultur & Kommunikation) an allen Berufs- und Allgemeinbildenden Schulen in den Kreisen Ostholstein und Plön sowie der Hansestadt Lübeck durchgeführt wurde.
Immerhin steht bei zehn Prozent der abgefragten Schulen das Fach Dänisch bereits auf dem  Lehrplan, darunter die Klassenstufen 7 bis 10 an ausschließlich Regional- und Gemeinschaftsschulen. Die Hälfte dieser Schulen wünscht sich einen Ausbau von Dänischunterricht in den bestehenden Klassenstufen sowie in den gymnasialen Oberstufen.

Weitere 17 Prozent der Schulen sind an der Neueinführung von Dänischunterricht interessiert, scheiterten jedoch am Mangel an Dänisch-Lehrern. Gymnasien zeigen eher wenig Interesse an einem Dänisch-Angebot, während die Beruflichen Schulen durchaus die Vorteile im Erlernen der Nachbarsprache sehen - allen voran die Beruflichen Gymnasien und die Berufsschul-Bereiche Einzelhandel, Gastronomie und Nahrung. Als weiteren Grund für die Einführung von Dänisch an Beruflichen Schulen wurden bereits bestehende Kontakte zwischen Ausbildungsbetrieb und dänischen Firmen genannt.

„Für das Land Schleswig-Holstein seien die Ergebnisse im Hinblick auf den Bedarf an Dänisch-Lehrkräften sehr aufschlussreich", erklärte Renate Jacob, Landesfachberaterin für Dänisch beim Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holsteins (IQSH) beim ersten Treffen der eigens zur Förderung der Nachbarsprache eingerichteten Lenkungsgruppe. Gerade für Berufsbildende Schulen und im Sekundär II-Bereich bestehe derzeit für beide deutsch-dänische Grenzregionen (Landesteil Schleswig und Fehmarnbelt) ein prägnanter Mangel an Dänisch-Fachkräften.

Den nächsten Schritt macht die Berufliche Schule des Kreises Ostholstein in Eutin. Als Leadpartner für das Projekt Kult.kom (Kultur & Kommunikation) wird sie die Situation von Deutsch-Unterricht in Dänischen Schulen untersuchen.
(Quelle: OHA - 20.12.2012)