Jedes Wattestäbchen eine Chance

15.11.2018

BBZ Plön: 300 Schüler nehmen an Typisierungsaktion für leukämiekranke Lehrerin teil.

Jedes Wattestäbchen eine Chance

PLÖN. Normalerweise findet hier ganz normaler Unterricht statt. Heute allerdings sitzen die Schüler des Berufsbildungszentrums Plön (BBZ) nicht vor Büchern und es steht auch kein Lehrer vor der Klasse. Stattdessen liegen Registrierungssets der Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) auf den Tischen. Schüler und Lehrkräfte können sich als Spender registrieren lassen. „Zuerst tragen wir unsere Daten in den Erfassungsbogen ein“, sagt ein Schüler. „Dann bewegt man das Wattestäbchen für ungefähr eine Minute im Mund hin und her, wie eine Zahnbüste. Mit der Gewebeprobe kann man dann im Labor feststellen, ob man als Spender in Frage kommt.“

"Je jünger die Leute sind, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie tatsächlich als Spender in Frage kommen." Anna Heimböckel, DKMS-Mitarbeiterin

Ins Rollen kam die Aktion, weil Katy Hagelberg, eine Lehrerin am BBZ, an Leukämie erkrankt ist. „Leider gibt es in der Datei aktuell keinen passenden Spender für sie“, sagt Lars Stender, Standortleiter der BBZ-Außenstelle Preetz. „Deswegen sind die Schüler auf uns zugekommen, um eine Typisierungsaktion ins Leben zu rufen.“ In einem Vortrag werden die Schüler über die Themen Blutkrebs und den Ablauf einer möglichen Spende aufgeklärt. Danach kann sich jeder, der will und mindestens 17 Jahre alt ist, für die Datei registrieren. Insgesamt 300 Schüler nehmen in Plön an der Aktion teil. In den nächsten Tagen kommen 400 weitere aus den Preetzer Außenstellen des BBZ dazu. Dass sich junge Leute für die Spenderdatei registrieren lassen, ist immens wichtig, sagt Anna Heimböckel. Die Studentin unterstützt die Schüler als Volunteer bei der Registrierung. „Je jünger die Leute sind, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie tatsächlich als Spender in Frage kommen,“ erzählt sie. Sie wird zusätzlich unterstützt von ungefähr 40 Schülern, die sich als freiwillige Helfer gemeldet haben. „Die Freiwilligen haben einen kurzen Einführungskurs gemacht, und wissen jetzt, wie man den Registrierungsbogen richtig ausfüllt und worauf man beim Abstrich achten muss“, erklärt Stender.

Doch die Schüler des BBZ lassen sich nicht nur als Spender registrieren, sondern haben außerdem Geld für die DKMS gesammelt. Insgesamt 400 Euro sind dabei zusammengekommen und im Rahmen der Veranstaltung an DKMS-Mitarbeiterin Andrea Rüther übergeben worden. „In der Außenstelle in Preetz haben wir eine Cafeteria, wo die Abschlussjahrgänge Essen verkaufen, um sich den Abiball zu finanzieren“, sagt Tay Wohlert, Schülersprecher der Preetzer Außenstelle. „Über die Jahre hat sich da ein bisschen Geld angesammelt, dass wir jetzt spenden wollen.“ Das Geld soll der DKMS weitere Aktionen wie die am BBZ ermöglichen. Auch am BBZ habe man schon länger über eine Typisierungsaktion nachgedacht, so Stender. Den Ausschlag habe jetzt die Erkrankung Hagelbergs gegeben. „Es wär natürlich wunderbar, wenn bei unserer Aktion ein Spender für sie dabei wäre“, sagt er. „Aber alleine, dass sich so viele Leute registrieren lassen, ist ja schon eine super Sache.“

Quelle: Kieler Nachrichten, 15.11.2018