Praktikum der BFS-3 Kfm. Assistenten: Heuer in Österreich

09.08.2019

Wer glaubt, dass es für Norddeutsche in Österreich keine Sprachbarrieren gibt, der irrt.Das ist eine der Erfahrungen, die die 12 Schülerinnen und Schüler des Berufsbildungszentrums Plön gerade in Wien machten.

Wer glaubt, dass es für Norddeutsche in Österreich keine Sprachbarrieren gibt, der irrt. Das ist eine der Erfahrungen, die die 12 Schülerinnen und Schüler des Berufsbildungszentrums Plön gerade in Wien machten. Durch ein Förderprogramm der Europäischen Union für Mobilitätsprojekte der Berufsbildung und eine Kooperation der Schule mit dem Sozialverband Kolping Österreich in Wien konnten auch in diesem Jahr (heuer) Praktikumsaufenthalte für angehende kaufmännische Assistenten/-innen organisiert werden.

  Am 1. Juni bricht die Gruppe mit der Bahn in Richtung Wien auf. Die Aufregung ist die ganze Zeit fast greifbar. Wie und wo wohne ich die nächsten sechs Wochen? Finde ich mich in der Großstadt zurecht? Wie nutze ich die Öffis? Werde ich im Praktikumsbetrieb zurechtkommen mit den Kollegen/-innen und auch mit den Aufgaben? Kriege ich das hin, Wäsche zu waschen, einzukaufen, zu kochen und trotzdem neben dem Praktikum noch Freizeit zu haben? Was kann man in Wien alles machen und erleben? Werde ich den Dialekt verstehen?

Spät abends kommen wir an. Erste Erleichterung: die Appartements sind prima, hier kann man es gut aushalten. Am nächsten Tag, morgens beim Bäcker, kommt wieder etwas Unsicherheit auf. Beim Betreten des Geschäfts rutscht mir ein „Moin“ heraus – die Aufmerksamkeit alle Anwesenden ist mir damit sicher. Brötchen gibt es hier nicht. Es sind Gebäckstücke. Gott sei Dank erkenne ich das Wort Semmel – damit komme ich klar.

Nach einem Rundgang durch den ersten Bezirk, einem gemeinsamen Mittagessen und einem Besuch des Praters stellt sich weitere Erleichterung ein. Wien ist eine tolle Stadt. Es ist viel los und man kommt mit den Öffis überall wirklich gut hin. So ein eng getaktetes Nahverkehrsangebot wäre Zuhause auch schön – und das zu niedrigen Preisen. Wiener Schüler/-innen zahlen für ein Jahresticket für Wien und Umgebung 70 Euro, im Kreis Plön bekommt man dafür kaum eine Monatskarte.

Am Montag gibt es eine Begrüßungsveranstaltung bei unserem Kooperationspartner Kolping Österreich. Die leisten eine tolle Arbeit mit ihrem sozialen Engagement in Österreich, aber auch international, das wird bei der kurzweiligen Präsentation klar. Die Leute sind dort alle sehr nett und verständnisvoll. Abgesehen von dem Schüler, der dort bei Kolping sein Praktikum absolvieren wird, sind aber immer noch alle gespannt auf ihren Betrieb. Nachmittags erkunden alle ihren zukünftigen Arbeitsweg, es wird eingekauft und die ersten Kochversuche werden unternommen. Endlich beginnt das Praktikum und die letzte Anspannung fällt ab. Alle Betriebe geben sich sehr viel Mühe, die Schüler/-innen aus Norddeutschland willkommen zu heißen. Elf Betriebe in Wien haben sich bereit erklärt, den Praktikanten/-innen aus dem Kreis Plön die betrieblichen Abläufe zu erklären und sie in die Arbeitsprozesse im Office- oder IT-Bereich einzubinden.

Nachdem in einem Fall noch nachgebessert wurde (Danke an Stephanie und Christian Rank für ihre sagenhafte Unterstützung und Flexilität), sind alle glücklich und hochmotiviert. Die 6 Wochen vergehen nun wie im Flug. Wien wird ein Stück ‚Zuhause‘ und auch das Wienerisch wird vertrauter. Es gibt so viel zu sehen und zu erleben in dieser Stadt, dass es am Ende zeitlich fast knapp wird. Sicherlich freuen sich dann alle auch wieder auf das Zuhause in Norddeutschland und die bevorstehenden (Rest-) Ferien, aber der Abschied von den Kollegen/-innen und von der Stadt fällt doch ganz schön schwer.

Danke an die EU, dass es solche Projekte gibt, Danke an Kolping Österreich für die gute Zusammenarbeit und Danke an alle Betriebe, die das Projekt mit einem Praktikumsplatz u