Es sind noch Ausbildungsplätze frei! Mit einem guten Gefühl in den Pflegejob.

04.09.2020

Mit einem guten Gefühl in den Pflegejob Berufsbildungszentrum Plön bietet Ausbildung zum Assistenten an – Abbrecherquote ist hoch

Plön. Das Berufsbildungszentrum Plön bietet schulische Ausbildungsplätze zum staatlich geprüften Pflegeassistenten. Mit einem möglichen Mittleren Schulabschluss (MSA) stehen den Schülern viele weiterführende Berufsausbildungen offen. Schulleiter Axel Böhm: „Wir qualifizieren Fachkräfte, die Freude an ihrem Beruf haben. Unsere Schülerinnen und Schüler werden gerne genommen. Sie sind perfekt ausgebildet und zusammen mit den Betrieben schaffen wir es, sie zu begeistern.“ Die Gründe für diese Ausbildung sind bei den 18 Schülerinnen und Schülern der Unterstufe vielfältig. Einige haben gezielte berufliche Vorstellungen wie den MSA und eine anschließende Erzieherausbildung, eine Ausbildung zum Pflegefachmann oder zur Rettungssanitäterin. Andere haben noch wenig Pläne für ihre Zukunft und möchten erst einmal arbeiten.

Sie wollten Menschen helfen und die Gesundheit Älterer sei ihnen ein Anliegen, so die einhelligen Aussagen. Die Lehrkräfte kämen selbst aus der Pflege – ihr Erfahrungsschatz mache den Unterricht anschaulich. Kilian Drosch (18) bringt es auf den Punkt: „Wichtig ist doch, dass der Beruf Spaß macht und dass man mit einem guten Gefühl nach Hause geht.“ Damaris Georgi, Abteilungsleiterin Sozialwesen, zu den Zielen der Ausbildung am BBZ: Neben dem Berufsabschluss und der Chance auf den MSA vermittele die Schule fundiertes Wissen in der Theorie mit dem Bezug zur Praxis durch mehrmonatige Praktika in Krankenhäusern, Einrichtungen der Kinder- und Altenpflege und Behinderteneinrichtungen. „Was wir immer wieder beobachten ist, dass die Schüler mit dem Ersten Allgemeinen Schulabschluss (ESA) hierherkommen und sich ihr Berufswunsch bei uns entwickelt und verfestigt.“ Der Bereich Pflege spreche sie an, doch einige die Schüler hätten Berührungsängste – da helfe die gemeinsame Suche nach dem richtigen Praktikumsplatz.

„Die Abbrecherquote ist hoch, aber wir bieten eben Berufsorientierung“, sagt Georgi und betont: „Wir sehen die Schüler wachsen und sich entwickeln.“ Axel Böhm: „In Ländern ohne Pflegeausbildung wie in Estland erfahren unsere Schüler bei ihrem Auslandspraktikum, dass sie ihr Wissen europaweit einsetzen können. Dort sind sie als Praktikanten die Fachkräfte. Das gibt Selbstvertrauen und ist mein Verständnis von Bildung.“

In der Mittelstufe lernen nur noch sieben von anfänglich 19 Schülern. Mit zwei Praktika haben sie bereits Erfahrungen im Pflegealltag. Die Unterbesetzung des Personals haben die meisten deutlich gespürt. Einige vermissten eine gezielte Praxisanleitung und mussten schnell pflegerische Aufgaben übernehmen. „Erst im zweiten Praktikum bin ich richtig reingekommen, wurde angeleitet und durfte zum Ende hin beim Waschen immer mehr allein arbeiten“, erzählt Julian Traulsen (17) von seinen Erfahrungen. „Der Personalmangel ist für mich Motivation, in diesem Beruf zu arbeiten. Später möchte ich mich zur Fachkraft weiterbilden.“ Für Maria Klein waren die schlechten Erfahrungen im Altenpflegepraktikum und ihre positiven Erlebnisse in einem Kindergarten wegentscheidend. „Ich möchte in die Familienpflege“, hat die 32-Jährige für sich entschieden. Da die Vollzeitschule nicht vergütet wird, freut sich Jennifer Wengelewski über Nebenjobs in der Pflege.

Dagmar Georgi äußert hier den Wunsch, dass ein von den Einrichtungen gezahltes „Taschengeld“ während des Praktikums eine schöne Anerkennung und Motivation wäre. „Immerhin bieten wir eine substanzielle Ausbildung.“ Unterstufenschülerin Laura Schmitt (17) berichtet: „Meine Lieblingsbewohnerin verstarb, das war schon traurig, gehört aber auch dazu.“ Einer Bewohnerin mit Schluckstörungen habe sie Essen anreichen müssen, ohne das vorher gelernt zu haben, erzählt Svenja Schuster. „Das ist für mich ein Grund, weiterzumachen“, so die 17-Jährige. „In der Pflege kann es ja nur besser werden.“ Die Oberstufenschüler haben ihren Abschluss in der Tasche. Knapp 90 Prozent von ihnen haben eine Anschlussperspektive in Form einer weiterführenden Ausbildung im Bereich der Pflege, in der Sozialpädagogik und im Besuch des Beruflichen Gymnasiums. Auf ihren selbst bedruckten T-Shirts steht der Slogan: „Helden ohne Umhang nennt man Pfleger“.

Volltextsuche

Welche Schulart kann ich wählen?