Ukraine-Spendenaktion am Freitag, 11.03.2022

17.03.2022

Schule ist nicht nur ein Ort des Lernens. Er ist vielmehr auch ein Ort der Gemeinschaft, der sozialen Begegnung und in Tagen des Krieges in Europa ein Ort der unterrichtlichen Auseinandersetzung mit den Geschehnissen.

In den vergangenen Tagen waren viele Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte von der Lage in der Ukraine sehr erschüttert. Aus der Schulgemeinschaft wuchs zunehmend der Wunsch „Solidarität“ zu zeigen und zu helfen. 

 In Abstimmung mit der deutsch-ukrainischen Gesellschaft, Niederlassung Plön und der Schulleitung, vertreten durch den stellvertretenden Schullleiter Jörn Wiezorek, wurde eine Sammelaktion an allen vier Standorten des Berufsbildungszentrums Plön ins Leben gerufen. 

 Innerhalb einer Woche stemmten die Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und die Schulleitung in Abstimmung mit allen notwendigen Gremien der Schule, der deutsch-ukrainischen Gesellschaft und dem Umzugsunternehmen Preuß eine Sammelaktion. 

 „Ich war erstaunt, wie einig sich alle Beteiligten über die Notwendigkeit dieses Aufrufes waren! Die Organisation und der Ablauf der Sammelaktion lief reibungslos“ so Herr Wiezorek, stellv. Schulleiter des Berufsbildungszentrums Plön. 

„Es zeigt mir wieder einmal, wie solidarisch und tatkräftig unsere Jugendlichen sein können.“ Herr Wiezorek betont, dass die Schülerinnen und Schüler durch die Sammelaktion sehr viel über die geopolitische Lage gelernt haben und sicher auch viel über sich selbst. 

Svenja S. ist am Berufsbildungszentrum Plön in der Berufsfachschule 3 Sozialwesen (SW). Ihre Klasse war gleich am Freitagmorgen am Standort Plön dabei, die vielen Spenden zu sortieren und in Umzugskartons zu verpacken. Auf die Frage, warum es ihr wichtig ist, hier ein Zeichen zu setzen, sagte Svenja: “Weil man das Gefühl hat mitzuwirken. Man kann zwar vor Ort nicht helfen, aber man hat das Gefühl ein Teil davon zu sein!“ Svenja betont, dass sie erstaunt ist, dass so viel zusammenkommt, an einer Schule wo heranwachsende Jugendliche zur Schule gehen. Sie sei über das Engagement ihrer Klassenkameraden und ihrer eigenen Generation überrascht. 

„Das berührt mich sehr,“ so Svenja. Ein Großteil der Spenden wurden schon in der ersten Unterrichtsstunde gebracht und somit war eine schnelle Orientierungsphase der SW19 kaum möglich. Da wurden Tische geschleppt, Umzugskartons gefaltet, Mitschüler empfangen, Spenden entgegengenommen, sortiert und verpackt. 

Leonie H. aus der SW sagt, dass die Klasse sich in der Packaktion richtig schnell zusammengefunden hat und sie selbst erstaunt ist, wie schnell das geht. Martina Becker, Lehrkraft in der Klasse SW, ist sehr zufrieden und sichtlich ergriffen über den Zusammenhalt der Klasse, dem Engagement und dem Interesse der Jugendlichen an dieser Sammelaktion. Als schließlich Axel Böhm, Schulleiter des Berufsbildungszentrum Plön seine Spende brachte und den Schülerinnen und Schülern für ihr Engagement dankte, waren alle sichtlich stolz. „Die Schülerinnen und Schüler lernen durch die heutige Sammelaktion für ihre Werte einzustehen und tatkräftig in der Not zu helfen. Dies ist für unsere Schulgemeinschaft und für unsere Gesellschaft so unendlich viel Wert!“ so Herr Böhm. 

Auf die Frage, welche Artikel am häufigsten gebracht werden, antworten Lea P. und Svenja S.: „Am häufigsten werden Hygiene-Artikel gebracht.“ Dass diese Artikel am Ende zu schweren Kartons führten, merkte die Unterstufe MK-21 der Kraftfahrzeugmechatroniker, die am frühen Nachmittag die Kartons am Standort Plön in den Umzugswagen der Firma Preuß mit einluden. „Was ist hier drin? Sind das Bücher?“ so die Frage der Klasse. 

Die Standorte Kührener Straße und Kieler Straße in Preetz waren zeitgleich gestartet. Die Motivation war groß so viele Hilfsmittel zu organisieren wie möglich. „Diese Menschen brauchen unsere Hilfe. Aktuell haben sie nichts und sind abhängig von unserer Hilfe. Außerdem ist es katastrophal was gerade in der Ukraine passiert.“ so Barbara Lüscher, Lehrerin in der Sozialpädagogischen Abteilung. 

Der Ansturm zur ersten Stunde war sehr groß. Auf die Frage, wie sich die Schülerinnen und Schüler die hohe Motivation erklären sagte Silia W., Schülerin, „Es ist erschreckend und traurig zugleich, was dort passiert. Für die Menschen dort, geht gerade eine Welt unter. Wir müssen zusammenhalten und gemeinsam stark bleiben!“ 

Das Umzugsunternehmen Preuß aus Preetz hatte sich nach Anfrage der Schulleitung sofort bereit erklärt, als seinen Beitrag zu dieser tollen Aktion kostenlos die Kartons zu stellen und alle Kartons von den vier Standorten des Berufsbildungszentrum Plön abzuholen und zur deutsch-ukrainischen Organisation in Plön zu transportieren. So steuerten Marie und Hannes Bohnhoff am frühen Freitagnachmittag die Standorte nacheinander an. 

Gemeinsam mit den Klassen wurden die Kartons an den Standorten verladen und schließlich am Nachmittag der deutsch-ukrainischen Organisation in der Bahnhofstraße 9 in Plön übergeben. Auch das Ausladen der Kartons und die Übergabe wurde durch Schülerinnen und Schüler des Berufsbildungszentrum Plön und viele weitere ehrenamtliche Helfer unterstützt. 

Das Berufsbildungszentrum Plön konnte über neunzig Kartons überreichen. „Das macht einen richtig stolz, dass die Schulgemeinschaft so viele notwendige Dinge zusammenbekommen hat!“ so Herr Wiezorek, stellv. Schulleiter. 

Die Frage, was nun mit den vielen Kartons passiert, beantwortete Liudmyla Gehrts von der deutsch-ukrainische Gesellschaft sichtlich berührt: „Die Kartons werden von freiwilligen Helfern mit kleinen Transportern kurz hinter die Grenze gebracht.ort befindet sich ein zentrales Lager, welches die Hilfslieferungen in die jeweiligen umkämpften Regionen bringen. Die gesamte Sammelaktion am Berufsbildungszentrum war ein Zeichen von „Zusammenhalt und Solidarität“ von „Hilfsbereitschaft und Engagement“. 

 Das Berufsbildungszentrum Plön bedankt sich bei der gesamten Schulgemeinschaft und dem Unternehmen Preuß für das Engagement und die tatkräftige Unterstützung.